Kammern des Schreckens

Sonntag, 9. März 2014

Mir wird's hier zu Hund.

Daniel Wichmann: Ella - Ein Hund fürs Leben





Die Beziehung von Daniel und Lina steht ganz schön auf der Kippe. Und so, wie manche Frauen ihren Beinaheexfreunden mal eben eine Schwangerschaft aufs Auge drücken wollen, versucht Daniel es mit einem Welpen. Und dass, obwohl er verheimlicht, dass er unter einer Hundephobie leidet. Ella ist zwar ein liebenswürdiger Hund, Stress untereinander, mit dem Job und Nachbarn ist jedoch vorprogrammiert. Und doch schreibt der Autor diese kleine Geschichte direkt ins Herz der Leser.
Die süße Ella hat mich direkt an Theo, den Hund meiner Schwester, erinnert. Theo ist ein Scheidungskind und hat somit auch für eine Menge Tumult gesorgt. Und auch er ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich über all die Häufchen und das Gebelle und den Ärger hinwegsehe, wenn er zeigt, wie sehr er sich freut, mich zu sehen. Somit kann ich einfach keine objektive Meinung zu Ellas Geschichte haben. Dafür fühle ich viel zu sehr mit Wichmann mit. 

Ein paar etwas langweiligere Szenen werden durch einen lockeren Humor wettgemacht, der absolut nicht penetrant ist, aber trotzdem präsent. So zieht sich das Ganze nicht in die Länge. Mehr davon hätte nur Stirnrunzeln hervorgerufen, und ich runzle meine Stirn sowieso schon viel zu häufig. Mein Papa sagt, ich bräuchte später Botox, wenn ich so weitermachte.

Die Beziehung der beiden ist am Anfang nur nervtötend. Beide sind irgendwie zickig, den Sympathiekampf verliert jedoch erst Lina, weil sie zusätzlich fürchterliche Spießerfreunde mitbringt. Aber das ist ja auch die Ausgangssituation, also quasi das zu lösende Problem. Ich will ja nicht spoilern, aber die Entwicklung kann man sich ja denken, wenn man sieht, dass mir der Roman dann doch recht gut gefallen hat.

Fazit: Ein liebenswürdiger Hund, Menschen, über die man sich aufregen muss. Ein in sich stimmiges Debüt.

(Quelle: Atrium-Verlag)