Kammern des Schreckens

Dienstag, 25. März 2014

Gemeinsam Verwesen [7]


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

João Ricardo Pedro - Wohin der Wind uns weht
125/230 


2. Wie lautet der erste Satz deiner aktuellen Seite?

Der Arzt begann damit, ihn nach Alter, Gewicht und Größe zu befragen.

3. Was willst du gerade unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Im vorigen Kapitel ging es um einen Barbier, der seltsame Zuckungen hatte. Der Junge um den es geht, Duarte, hatte schon Sorgen um seine Frisur. Da begann dieser Barbier mit seiner Arbeit und war dabei so ruhig wie ein Künstler, ging voll und ganz in seinem Werken auf. Dabei jedoch zuckten seine Lippen anstelle seiner Hände. Und als Duarte mit ihm sein Spiegelbild letztlich besah, hielten sowohl Lippen als auch Hände inne. 

Ich empfand diese Stelle als wundervoll. Es macht wirklich Spaß, solche kleinen Geschichten zu lesen. Ansonsten geht es mir mit dem Roman ein bisschen wie Freud. Die Genialität wird durch den extremen Fokus auf Sex ein wenig überschattet. Ich mochte das schon bei "Das Mädchen mit den blauen Augen" nicht sonderlich, und da handelte es sich nur um zwei oder drei vereinzelte Stellen. Hier wechseln sich Ekel und Staunen regelmäßig ab. Ich kann mir vorstellen, dass man so einen Effekt auch erzielen möchte.

4. Was gefällt dir an deinem aktuellen Buch bisher am besten?

Ich hab mir seltsamerweise angewöhnt, die späteren Fragen zu früh zu beantworten. Siehe also Antwort Nummer 3. Dieses Kapitel gefiel mir sehr.
Pedro schafft es, durch flüssigen Schreibstil Kompliziertes zu übermitteln. Ich mag es, denn es unterscheidet sich von manchen Klassikern, die Triviales durch komplizierte Schreibweise zu übermitteln versuchen.
Man kann schnell lesen und nachher noch lange nachdenken. Ich mag das einfach. :)

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