Kammern des Schreckens

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Montag, 6. Oktober 2014

Die volle Ladung Sauerstoff


Hape Kerkeling
Der Junge muss an die frische Luft


Eine Persönlichkeit, das ist nicht gleich eine Person. Das sind alle Personen und alle Orte und jede Luft, die man im Leben jemals aufgesogen hat.  Hape Kerkeling würden viele Leute als die Persönlichkeit schlechthin bezeichnet. In seinem neuen Buch erklärt der Entertainer, aus welchem Holz er wirklich geschnitzt ist.

Nach dem riesigen und berechtigten Erfolg des - man könnte es folgendermaßen nennen - Pilgertagebuches Ich bin dann mal weg, welches nicht zuletzt auch in mir den dringenden Wunsch nach Jakobsmuscheln weckte, handelt es sich bei dem neuesten Werk um ein noch persönlicheres, um ein noch bewegenderes.
Die Reise nach Santiago de Compostela hinterließ Sympathie und Wohlwollen von allen Seiten, die vorliegende Schilderung intimster Anekdoten und Tragödien hingegen verdient zudem größten Respekt. Ich will im Grunde nicht allzu sehr in Bildern sprechen, aber man kann in der Tat behaupten: Dermaßen nackt hat man Hape Kerkeling noch nie gesehen.

Die literarische Qualität halte ich für vollkommen angemessen. Kerkeling ist kein hauptberuflicher Autor, er ist vor allem Entertainer. Nach der Lektüre will ich sogar behaupten, dass er schlicht und ergreifend auf menschlicher, weniger auf literarischer Mission ist. Dazu kann eine eigene Erfahrung kaum literarisch sein, denn literarisch, das heißt manchmal unecht.
Somit handelt es sich hier nicht um nobelpreisverdächtige Kunst im Sinne der Wissenschaft. Es finden sich tatsächlich einige durchaus poetisch anmutende Stellen, die mir glockenhell, aber keineswegs tinnitusartig in den Ohren klangen. Dann aber wiederholen sich Phrasen hier und da, manch ein Dialog hätte noch weiter ausgebaut werden können (aber auch, weil ein Kind, dem Schokolade angeboten wird, nicht mit einem einzigen Riegel zufrieden ist). Insgesamt eine ausgeglichene Leistung. 
Geschrieben wird einfach, wie der Schreiber ist, und das macht das Geschriebene umso sympathischer.

Außerdem würde einer Geschichte, die der Untermalung willen ausgeschmückt wurde, Maßgebliches fehlen: Authentizität; jene, die ich besonders an dem Jungen, der an die frische Luft muss, bewundere. Sie zeichnet auch jede einzelne Figur aus, die einem hier mehr oder weniger über den Weg laufen. Häufig meint man, bekannte Gesichter aus seiner Familie in ihnen zu erkennen; spezielle Rollen in der Verwandtschaft gibt es, die werden stets von derselben Art Familienmitglied besetzt, obwohl es niemandem zu gleichen scheint.
Als herausragende Eigenschaft veranschaulicht eine unverblümte Ehrlichkeit dem Leser, dass der Publikumsliebling zwar für ebendieses (das Publikum) geschrieben hat; sei es, um ihm Mut zu machen, Verständnis zu erzeugen, auch zur Unterstützung Kranker und als Hommage an die Menschen, die ihn geprägt haben - jedoch vermute ich auch, dass er das Buch zu keinem geringen Anteil ebenso für sich selbst geschrieben hat. Ein von-der-Seele-Schreiben, ein sich-selbst-Verdeutlichen. Gewissermaßen ein sein-Leben-vor-sich-Ausbreiten. 

Lustig sein ist eine seelische Bereicherung (und das sage ich, obwohl ich gar nicht lustig bin). Auf bemerkenswerte Art bekräftigt der Autor seine innige Liebe zum menschlichen Humor, die beim Lesen regelrecht Lebenslust verbreitet und glücklich macht. 

Nicht zu missachten ist auch folgende Botschaft an den Leser, etwas, das zumindest ich gelernt habe: dass ein Mensch, der zur öffentlichen Person gemacht wird, noch immer ein Mensch ist. Mit einer einzigartigen Geschichte, die nur eben diesem Menschen gehört. Jedermanns Geschichte kann erzählt werden und bleibt doch Eigentum dessen, der sie erlebt hat.

Direkt zu Anfang lachte ich, bis meine Sitznachbarn in der Bahn am liebsten den Platz gewechselt hätten. Nicht lang darauf weinte ich, als klebten frische Zwiebelscheiben zwischen den Buchseiten.
 Das ist es doch, worum es beim Lesen geht. Geschüttelt werden, und gerührt. Das schafft nicht einmal jeder fiktive Roman, gar nicht erst von Sachbüchern anzufangen, von arroganten Autobiographien selbsternannter Gandalfs. Mit diesem Buch beschenkt Hape Kerkeling sich selbst und die Welt.

*  *  *
Der Junge muss an die frische Luft
Erschienen: 06.10.2014
Verlag und Bildquelle: Piper
Seiten: 320 (Hardcover mit Schutzumschlag)
ISBN: 978-3-492-05700-4
Preis: 19,99€ [D]

Montag, 12. Mai 2014

Analytisch, schockierend, abwägend, antreibend, umwerfend

Juan Pablo Cardenal | Heriberto Araújo
Der große Beutezug
Chinas stille Armee erobert den Westen




Ein Rachefeldzug gegen den Westen, noch immer aus den Wunden des Opiumkrieges blutend?

Großherzigkeit gegenüber Schwellen- und Entwicklungsländern, die dringend Chinas Däumchen für Infrastruktur brauchen? Fest steht, dass Chinas Einfluss sich enorm verbreitet, und schon wir W(r)estler sitzen mit im Boot, scheinbar gefesselt und geknebelt, oft mit einem undurchsichtigen Band, um unseren Kopf gewickelt, unser Augenlicht unnütz machend. 

Es ist nicht nur der Tiger in Sibirien, der seinesgleichen frisst, weil es keine Eichen mehr gibt, die das Wildschwein fressen könnte, welches wiederum vom Tiger gefressen würde - es sind auch Ikea und die westliche Gleichgültigkeit, wenn es um echtes Handeln geht. In Deutschland ist man empfänglich für Skandale und kann wie selten ein anderes Volk über die Verantwortlichen schimpfen. Aber wer denkt schon daran, an sich selbst etwas zu ändern, um wirklich etwas zu bewirken?
Es ist nicht nur der böse chinesische Panda, der die Welt erobern will - dahinter steht ein menschliches Volk mit individuellen Schicksalen, Kämpfern gegen Regime und Willkürherrschaft.
Wenn wir unseren Planeten, seine natürlichen Ressourcen und die Leben unzähliger misshandelter Arbeiter schützen wollen, wäre schon das bewundernswert: Wenn wir unsere Augenbinden abnehmen und versuchten, uns gegenseitig die Fesseln zu zerreißen. 

Die beiden Spanier schaffen Bemerkenswertes: Ganz und gar ohne Seriosität einzubüßen, verwandeln sie von Zeit zu Zeit ein Sachbuch in einen Thriller und wieder zurück. Eine (Rück-)Metamorphose, die nicht nur eine gewisse Anerkennung gegenüber den Autoren vertieft, sondern auch einen andersartigen bleibenden Eindruck beim Leser hinterlässt. Die Sicht auf die Welt, globale Ereignisse und Gegebenheiten wird geschärft, wenn auch mit dem Fokus auf mögliche chinesische Interaktion: Da hat China sicher seine Finger mit drin!

Als ich für zwei kurze Wochen Tourist in China war, oder Austauschschülerin, oder eine Marionette der chinesisch-deutschen Freundschaft, bekam ich denselben Eindruck wie die beiden Autoren, was insbesondere die fehlende Transparenz der Chinesen angeht. Bei den Schülern war es wie ein unverschuldetes Unwissen, bei den Dolmetschern, Direktoren, Lehrern jedoch schien es mir ein durchdachte Strategie zu sein. Während die Chinesen uns gegenüber vollkommen undurchsichtig sind, bewerkstelligen sie es, uns für sie zu einem offenen Buch zu machen. Der Dolmetscher verstand Deutsch sehr viel besser, als er vorgab, es sprechen zu können. 
Kleinste Informationen, so unwichtig sie uns erscheinen mögen, erreichten in Lichtgeschwindigkeit die Ohren der Einflussreichen. 

Wir schliefen (manchmal) in den besten Hotels, erfuhren den besten Service, und doch wirkte es nicht gastfreundlich. Lag vermutlich an dem gruseligen, prüfenden Blick, der stets auf allem lag, was die seltsamen Westler so taten. Als die jungen Chinesen in Deutschland waren, konnte plötzlich jeder, selbst das Mädchen, dessen Familie sich keine Dusche leisten konnte,  über Tausend Euro für Uhren aufbringen, vermeintliche Geschenke für die Familie. Mag sein, dass extra für diesen Augenblick gespart wurde (jahrzehntelang), es kann aber auch sein, dass das Image Chinas im Westen ebenso beeinflusst wird wie im fernen Osten. Von ganz oben.
Und doch täuschte all das nicht über die enorme Armut im eigenen Land hinweg, verbunden mit einer ebenso enormen Arbeitskraft - paradox?

Genauso konsequent vermied es zumindest meine chinesische Mitbewohnerin, irgendwie Kontakt zu westlichem Sein zu bekommen - abgesehen vom Bier, von dem sie dachte, dass auch dreizehnjährige Deutsche ihn wie Wasser trinken. Was wohl in manchen Städten zutrifft, aber davon ist hier nicht die Rede. Ich weiß schon, dass meine Ansichten mit Vorurteilen behaftet sind, die meine Meinung beeinflussen.
  Mein Abschweifen sollte verdeutlichen: Chinas Elite ist auf Macht und Einfluss aus. Überall; auch im Westen. Auf persönlicher Ebene ist das durch geplantes Schauspiel zu beobachten. Der große Beutezug beleuchtet das Thema auf einer globaleren, sehr wirtschaftlichen Ebene, die jedoch auch für einen Wirtschaftsunwissenden wie mich durchaus lesens- und begreifenswert ist. 

Fast jeder Buchautor, egal welchen Genres, steckt oft Jahre in seine Projekte, wenn man beispielsweise auch die Recherche miteinbezieht. 
Die Autoren sind europäische Journalisten und leben in China. Das reicht für gewöhnlich schon für eine gewisse Glaubwürdigkeit. Die Arbeit, die in diesen Enthüllungen steckt, auch wenn diese nicht ganz unbekannt waren, ist unfassbar. Wie oft hätte man die Señores einfach erschießen und dieser gefährlichen Recherche ein Ende bereiten können? Und wie oft wäre es beinahe dazu gekommen? 

Zahlreiche Interviews, ein Beleuchten beider, positiver sowie klar negativer Seiten, Mut zum Risiko zeichnen den Informationsfluss aus. Manchmal fühlt es sich nicht wie ein Sachbuch an. Wie schon erwähnt, eher wie ein Thriller, der unterschiedlichste Gefühle, vor allem aber Wut auslöst. Manchmal wirkt es wie ein Reiseführer oder ein Roman, in welchem Orte und Momente und Menschen sehr persönlich, fast poetisch beschrieben werden. Detaillierte Anmerkungen vertiefen die unterschiedlichsten Themenbereiche und verlocken den Leser zu weiterem eigenen Nachforschen. In ihnen wird wiederum die Gründlichkeit der Journalisten widergespiegelt. 

Ich habe ja tatsächlich jede einzelne Anmerkung durchgelesen und mir fiel auf: Es gibt ja schon so viel Literatur zu dem Thema. Ich kannte nichts davon.
 Jeder Autor muss diese mindestens kleine Hoffnung in sich tragen, die Welt aufmerksamer machen zu wollen, vielleicht ein wenig zu verändern. Ich muss zugeben, ich habe nicht die geringste Ahnung, ob sich inzwischen wirklich etwas verändert hat (und wenn doch, dann weiß ich nicht, ob zum Guten oder Schlechten oder einfach anders). Eines weiß ich. Dass ich dieses Buch einfach jedem empfehle, egal, wie teuer es ist und egal, wie wenige Leser sich wirklich für Sachliteratur interessieren.
Ich bin nur eine einzige Person, aber ich habe das Buch gelesen, wurde wütend, habe meinen Eltern und Freunden davon erzählt und diesen vermutlich viel zu langen Text geschrieben - vielleicht hat es sich dafür schon gelohnt.



*  *  *


Erschienen am: 3.02.2014
Verlag: Hanser
Seiten: 390 (Hardcover)
ISBN: 978-3-446-43871-2
Preis: 24,90 € [D]
Bildquelle: Hanser (hier geht es auch zu Autoreninformationen)
*  *  *


Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich noch einmal herzlichst bei:


Samstag, 19. April 2014

Fresh Cheese

Das sehnsuchtsvolle Warten hat ein Ende. Zwei - wie ich erwarte - wundervolle und spannende Bücher haben mich erreicht. Bevor ich mit exzessivem Lesen beginnen kann, stelle ich sie hier vor.



Juan Pablo Cardenal / Heriberto Araújo
Der große Beutezug
Chinas stille Armee erobert den Westen
Erschienen am: 3.02.2014
Verlag: Hanser
Seiten: 390 (Hardcover)
ISBN: 978-3-446-43871-2
Preis: 24,90 € [D]
Meine Erwartungen:
Ich war vor etwas mehr als einem Jahr zu einem kurzen Austausch in China und habe mir mein ganz eigenes Bild von der Mentalität der Chinesen gemacht. Ich will in diesem Moment nicht mehr dazu sagen, als dass es ein eher negatives Bild geworden ist.
Inwiefern passen meine Vorstellungen und Eindrücke zu dem globalen Machtkampf Chinas?
Das Sachbuch wird vermutlich eher eine wirtschaftliche Seite beleuchten und ich bin gespannt, wo die Chinesen bereits eingedrungen sind - und wo sie womöglich in fünfzig Jahren angekommen sein werden.
Ist diese Lektüre die Prophezeiung einer dystopischen Zukunft, in welcher eine weltweite chinesische Diktatur das Gesicht des Planeten bestimmt?

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlichst bei:
*  *  *

Mara Laue
Dalmore Jazz

Ein Edinburgh-Krimi mit Rowan Lockhart


Erschienen am: 1.03.2014
Verlag: Goldfinch (Dryas)
Seiten: 296 (Taschenbuch)
ISBN:978-3-940258-31-1
Preis: 12,95 € [D]
Meine Erwartungen:

Ich wollte diesen Krimi lesen, bevor ich wusste, worum es geht - weil ich Jazz am liebsten höre. Das Cover ist außerdem absolut ansprechend (obwohl ich so gut wie nicht trinke und auch nicht rauche). Ich weiß jedoch wirklich nicht, was ich von dem Buch erwarten soll, außer Positives. Es geht unter anderem um eine Leiche, einen Diebstahl und einen freakigen Fan aus Amerika. Außerdem gibt es eine Menge Geheimnisse. Geheimnisse sind doch immer was Schönes. Ich lese den Krimi im Rahmen einer LovelyBooks-Leserunde.



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Freitag, 3. Januar 2014

Das Zimmer der Klischees wird (endlich) geputzt!

Jürgen Ahrens: Wie deutsch ist das denn?! - Die populärsten Irrtümer über Deutschland und die Deutschen



Die Fülle an Klischees über die Deutschen ist enorm. Weißwürste, Sauerkraut, Hawaii-Toast, Frikadellen und auch einige Nicht-Lebensmittel lassen alle "Sowas von deutsch!"-Alarmglocken im Hinterstübchen schrillen. Kann es jedoch sein, dass diese Dinge nicht so deutsch sind, wie wir denken? Kann es sogar sein, dass sie vielmehr höchst multikulturell, gar international angesehen werden müssten?


Jürgen Ahrens deckt auf. Deckt auf, räumt auf. Mit den Klischees über die Deutschen. In mehreren alphabetisch sortierten Kapiteln geht er außerordentlich detailliert auf das Bild ein, welches Ausländer, aber auch wir selber von uns im Kopf haben. Viele der Inhalte kamen mir mehr als nur bekannt vor. 

Pünktlichkeit, um ein Beispiel zu nennen. Wem fällt dieses Wort nicht recht schnell ein, wenn er an die Deutschen denkt? 

Da ich aber persönlich fast jeden Morgen zu spät zur Schule komme, weil meine Bahn sich einfach nicht an ihre Ankunftszeiten halten will, dachte ich mir schon länger, dass da was faul sei.
Dass der Stammtisch eine deutsche Erfindung sei, wäre mir jedoch im Traum nicht eingefallen. Für einige der Kapitel gehöre ich vermutlich einfach nicht in die richtige Interessengruppe, Altersgruppe, was auch immer. So faszinierten mich einige der Themen, andere eher weniger - die fand ich dann eher langweilig. Das ist ein sehr subjektiver Kritikpunkt, wie man unschwer erkennt. 

Ich habe mich zuvor eher oberflächlich mit deutschen Klischees befasst; die populärsten schwimmen, ob bewusst oder unbewusst, ohnehin mit uns allen in derselben Badewanne. Nicht selten hört man Kinder sich gegenseitig "Kartoffel" nennen. Inzwischen ist allgemein bekannt, woher die Knolle kam, die enge Bindung zum Deutschen lässt sich trotzdem kaum wegdenken. "Wie deutsch ist das denn?!" ist sicherlich eine wunderbare Grundlage, sich mit der Heimat zu befassen.

Wenn die Neo-Nazis wüssten, wie multikulturell, wie international ihre vermeintlich urdeutschen Wurzeln sind! Es gäbe so viel mehr Akzeptanz und Toleranz auf der Welt, würde man sich endlich als durcheinanderfließendes Ganzes erkennen.
Was das angeht, kann man dem Buch sogar sehr moralische, auch philosophische Botschaften entnehmen, was ich toll finde.

Der Autor schreibt recht flüssig, oft ironisch und sehr humorvoll, sodass das Lesen fast nie fad wird. Es wird jedoch so penibel zum Ursprung jeder einzelnen Sache gegraben, so genau deren Entwicklung dargestellt, mit so einer Großzügigkeit werden alle erdenklichen Zahlen und Namen erwähnt, dass man zwischendurch meint, den Überblick zu verlieren. Die enorme Recherchearbeit, die hinter dem Werk stecken muss, verdient selbstverständlich großen Respekt. 


Wer jedoch erwägt, nach der Lektüre als Besserwisser erster Klasse hervorgehen zu können, sollte seinen Eifer zügeln. Klar, mit einem fotografischen Gedächtnis kann jeder imponieren. Ich als Normalo wäre jedoch von mir selbst überrascht, könnte ich jetzt auch nur einen Namen in Verbindung mit einer Jahreszahl und dem passenden Klischee bringen. 

Drum halten wir unsere Erwartungen etwas niedriger. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ahrens Besserwisser hervorbringen will. Schon die alphabetische Sortierung der einzelnen Kapitel zeigt ja, dass es sich nicht um ein Sachbuch handelt, das man in einem Rutsch lesen soll. Die Kapitel bauen auch nicht aufeinander auf. Wenn einem gerade ein spezielles Thema zum Deutschlandbild einfällt, kann man dieses ganz einfach nachschlagen. Deshalb würde ich "Wie deutsch ist das denn?!" als Nachschlagewerk wärmstens empfehlen!
Wenn man ein bestimmtes Thema genauestens untersuchen will, kann man gut auf die Informationen des Autors zurückgreifen. Man muss ja keineswegs jedes der Themen komplett gelesen haben. 

Fazit: Ein originelles Nachschlagewerk für alle angehenden Putzteufel im deutschen Klischee-Zimmer!


(Quelle: randomhouse)

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