Kammern des Schreckens

Freitag, 7. Februar 2014

Fieses Magma

David Safier: Mieses Karma




Mieses Karma zu sammeln, kann man echt bereuen, findet auch Moderatorin Kim Lange heraus. Nachdem sie von den Trümmern einer Raumstation erschlagen wird, findet sie sich als Ameise in einem Erdloch wieder. Wird sie ihrer Familie je wieder nah sein können? Wird sie sie je wieder beeinflussen können? Kim braucht gutes Karma. Sofort!


David Safiers erster Roman ist ein Muss. Ein Muss! Gegrinst habe ich durchgängig, häufig auch laut aufgelacht. Wer kennt es nicht, dass man einfach einmal Lust hat, sich zu entspannen und zu erheitern - und nicht auf zu Anspruchsvolles? Anstatt zur Flasche zu greifen, reicht es schon aus, Safier zu lesen.


Es dauert nicht lang, bis man durch ist, weil der Schreibstil flüssig und voll von natürlichem Humor sowie schöner Situationskomik ist. Urkomisch wirken auch die Fußnoten zu den Erinnerungen einer weiteren, jedoch weitaus berühmteren Ameise (wenn auch nicht als Ameise berühmt) : Giacomo Casanova.
Man kann sich total hineinfallen lassen, denn auch an origineller Fantasie mangelt es nicht - dafür mangelt es jedoch an komplizierten, überlangen Sätzen. So, wie es eben sein muss. 



Immer, wenn es um Karma geht, macht man sich doch automatisch Gedanken über das eigene Leben. Auch, wenn man nicht an Wiedergeburt glaubt, kann es nicht schaden, über Moral nachzudenken. Als was würde ich wiedergeboren werden? Ich könnte mir vorstellen, als Opossum. Warum? Keine Ahnung; mir gefällt das Wort. Wie auch immer!

Mieses Karma las ich, nachdem mich Safiers Roman Plötzlich Shakespeare überzeugen konnte, und es enttäuschte mich ebenso wenig.

Wer jedoch ein zorniger Gegner des Kitsch ist, sollte vielleicht doch die Hände von diesem erheiternden Roman lassen.

Fazit: Manchmal muss Lesen einfach Zeitvertreib sein!

(Quelle: Rowohlt)